Unsere Ankunft in Italien und die Weiterreise zu unserer Unterkunft führten uns vom Bahnhof zum Hotel, wo wir auch übernachteten. Mit schwerem Gepäck und bei eisiger Kälte bereuten wir den 17-minütigen Fußmarsch. Am Neujahrstag ein Restaurant zu finden, war gar nicht so einfach, aber wir entdeckten schließlich ein ordentliches Lokal in der Nähe des Hotels. Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Taxi zum Bahnhof. Viele kaufen ihre Fahrkarten am Automaten, aber um sicherzugehen, kauften wir sie am Schalter. Selbst die italienischen Züge zweiter Klasse sind komfortabel. Wir stiegen am Bahnhof Chiusi-Chinciano Terme aus. Es war gar nicht so einfach, den Fahrkartenschalter zu finden, und schließlich mussten wir die Fahrkarten im Bahnhofsrestaurant kaufen. Oftmals gibt es Fahrkarten auch im Bahnhofsrestaurant, in Tabakläden (einer Art kleiner Supermarkt) oder an Zeitungskiosken.
Wir hatten am Tag vor unserer Abreise eine E-Mail erhalten, in der stand, dass unsere Vermieter in Quarantäne seien, aber ein Freund uns die Schlüssel bringen würde. Glücklicherweise kam der Bus früher als erwartet, und wir konnten rechtzeitig zu unserer Wohnung (etwa drei Blocks) laufen, um den Freund mit den Schlüsseln zu treffen. Neben dem Jetlag kam noch die Unsicherheit hinzu, und es war ziemlich anstrengend. Es war so schön, endlich in der Wohnung zu sein. Wir packten einen Großteil unserer Sachen aus und gingen dann zum Supermarkt. Leider hatte dieser schon geschlossen. Daraufhin schlenderten wir in die Innenstadt und fanden ein geöffnetes Restaurant. In Montepulciano herrschte reges Treiben, denn es wurde ein Weihnachtsfest gefeiert (12 Tage Weihnachten), und viele Menschen waren unterwegs. Wir sahen auch eine Schlange von Menschen, die zum örtlichen COVID-Impfzentrum gingen.
Montagmorgen, nach etwas längerem Schlaf, machten wir uns auf den Weg zum Supermarkt Conad. Wir hatten eine Liste mit Grundnahrungsmitteln dabei: Brot, Milch, Eier, Gemüse, Obst, Putzmittel, Nudeln, Nudelsoße, Salz, Pfeffer usw. Wir mussten überlegen, wie viel wir in Rucksäcken und Einkaufstüten zur Wohnung tragen konnten. Kochen erweiterte unsere Liste, aber einige Dinge waren nicht erhältlich (wie zum Beispiel eine Käsereibe). Manches wollten wir erst kaufen, wenn wir ein Auto haben und zu Outlet-Centern und anderen Geschäften in der Region fahren können.
Es war gut, dass wir zwei Handtücher eingepackt hatten – es gab keine Duschhandtücher. Am Montag fanden wir dann aber einen Wäscheladen und konnten weitere Handtücher und eine Badematte kaufen. Da es keinen Geschirrspüler gibt, kauften wir Geschirrtücher zum Abtrocknen. Das Kochgeschirr beschränkte sich auf Töpfe, also kauften wir uns bei Conad eine Bratpfanne. Es gab Tassen für Tee, aber keine Gläser. Zum Glück fanden wir bei Conad ein Set mit vier kleinen Gläsern und vier Weingläsern. Es gibt keine Mikrowelle, aber einen Toaster. Wir wärmen Essensreste auf altmodische Weise auf, da die in Amerika üblichen Geräte hier nicht vorhanden sind oder etwas anders funktionieren. Man muss sich erst daran gewöhnen.
In Italien wird 220-Volt-Strom mit runden Steckern verwendet, daher haben wir einige Zeit damit verbracht, Adapter und Spannungswandler zu besorgen, um unsere elektronischen Geräte nutzen zu können. Steckdosen sind nicht immer günstig gelegen oder ausreichend vorhanden.
